Was ist die »Furcht des Herrn«?
Was ist die Furcht des Herrn?
Deine Antwort auf diese Frage verrät viel über deinen Glauben und dein inneres Gleichgewicht. Sie zeigt, ob du in Gottes Gnade wandelst oder unter Verdammnis stehst.
Wenn du zum Beispiel denkst, Gott beurteilt dein Verhalten, um zu sehen, ob du seine unverdienbare Gunst verdienst, sagst du im Grunde: „Ich vertraue Jesus nicht, dass er das, was er begonnen hat, vollendet. Sicher, ich danke Gott für seine Gnade, aber jetzt muss ich beweisen, dass ich eine lohnende Investition war.“
Wer so denkt, fürchtet Gottes Missfallen, und das zu Recht. Denn warum sollte Gott mit jemandem zufrieden sein, der sagt: „Ich vertraue Jesus nicht“?
Ich habe schon von Leuten gehört: „Ich lebe in der Liebe und Gottesfurcht“, womit sie meinen: „Gott ist furchteinflößend und wird mich nur annehmen, wenn ich ausharre, überwinde, gehorche und all die anderen Dinge tue, die die Bibel sagt.“
Oder sie sagen: „Gott qualifiziert mich, aber ich kann mich durch Sünde, Zweifel oder unzureichende Reue selbst disqualifizieren. Eine heilige Furcht vor einem Gott, der Buch führt, hält mich auf dem rechten Weg.“
Solche Aussagen klingen fromm, sind aber glaubenslos. Ja, glaubenslos.
Sie zeugen von einem Vertrauen in das Fleisch, das den Geist der Gnade beleidigt
Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt, um sich mit all diesen großartigen Schriftstellen über Verweilen, Ausdauer und Gehorsam auseinanderzusetzen. Jetzt möchte ich etwas wiederholen, was Johannes gesagt hat: Angst und Liebe vertragen sich nicht:
Wenn du Gottes Strafe fürchtest, hat seine Liebe in dir noch nicht ihre volle Wirkung entfaltet. Schau auf das Kreuz. Sieh Jesus’ vollbrachtes Werk. Wenn Gott dich da geliebt hat, liebt er dich auch jetzt. Gott ist für dich, nicht gegen dich.
Natürlich hat nicht jeder Christ Angst vor Gott. Wenn du dich zu den Furchtlosen zählst, erlaube mir diese Frage: Was ist die »Furcht des Herrn«?
Gott zu fürchten bedeutet, ihn anzubeten. Es bedeutet, ihm die Ehrfurcht und Ehre zu erweisen, die seinem Namen gebühren. Diese Art von Furcht hat nichts mit Schmerz und Strafe zu tun, sondern ist eine angemessene Reaktion auf einen Gott, der heilig, gerecht, Ehrfurcht gebietend und gütig ist.
Ich sage nicht, dass Gott nicht Furcht einflößend ist oder seine Feinde keine Angst haben sollten. Aber du bist nicht sein Feind und hast nichts zu befürchten. Wenn du Gott als deinen himmlischen Vater kennst, verstehe, dass die »Furcht des Herrn« nicht bedeutet, vor seiner strafenden Hand zu kauern, sondern in heiligem Schauer seine ewige Güte zu bestaunen.
Dämonische Furcht würde dich zur Flucht treiben und dich flehen lassen, die Berge mögen über dich fallen. Doch biblische Ehrfurcht lässt dich in atemloser Anbetung niederfallen und Gottes Güte und Liebe bestaunen.
Ich sagte, Gott zu fürchten bedeute, ihn anzubeten, und vielleicht hast du das schon einmal gehört. Aber weißt du, woher das kommt? Es kommt von Jesus.
Erinnerst du dich, wie der Herr in der Wüste den Teufel mit Bibelzitaten zum Schweigen brachte? Wir wollen Jesus’ Worte mit den von ihm zitierten Bibelstellen vergleichen. Erkennst du den Unterschied?
Was Jesus sagte:
Der Originaltext:
Man kann Angst und Liebe nicht gleichzeitig haben. Das ist wichtig zu verstehen, denn Angst hat in einer gesunden, liebevollen Beziehung keinen Platz. Es kann nicht sein, dass ein Teil deines Herzens ruft: „Ich liebe dich, Herr“, während ein anderer flüstert: „Aber ich habe Angst vor dir.“
Man wird sich niemals jemandem ganz hingeben, vor dem man Angst hat.
Dein himmlischer Vater liebt dich mehr, als du ahnst. Es betrübt ihn, wenn du dich zurückhältst, weil du an seiner Liebe zweifelst. Und es bricht ihm das Herz, wenn du zurückweichst, weil du glaubst, er würde dich bestrafen oder auspeitschen. Vielleicht hat dein leiblicher Vater das getan, aber dein himmlischer Vater würde es niemals tun. Er sehnt sich danach, dass du seine bedingungslose Liebe empfängst.
Wenn du jemals eine Predigt oder eine Botschaft hörst, die dich ängstlich und unsicher hinsichtlich der Liebe des Vaters macht, weise sie zurück. Die Worte mögen aus der Bibel stammen, aber der Geist dahinter ist nicht vom Herrn.
Der Heilige Geist wird dich immer wieder daran erinnern, dass du Gottes geliebtes Kind bist.
„Klar, Paul, das verstehe ich. Ich weiß, Gott liebt alle Menschen.“
Nicht nur alle; er liebt dich.
Du musst das persönlich annehmen.
Du musst dich selbst als den Augapfel deines Vaters sehen.
Ich ermutige dich, dir anzugewöhnen, mit dem Heiligen Geist übereinzustimmen. Sage dir jeden Tag: „Gott liebt mich, und ich kann nichts tun, damit er mich mehr oder weniger liebt.“
Wenn Gottes Liebe in deinem Herzen Wurzeln schlägt und erblüht, wird sie die Furcht vertreiben. Der oft wiederholte Satz „Fürchte dich nicht“ wird für dich Wirklichkeit werden. Du wirst keine Angst mehr vor dem Scheitern haben, keine Angst mehr vor Menschen haben, keine Angst mehr vor dem Tod haben und schon gar keine Angst mehr vor deinem liebenden Vater haben.
Ungläubige fürchten sich, doch die Kinder Gottes sind furchtlos. Die Bösen fliehen, wenn niemand sie verfolgt, aber die Gerechten sind mutig wie ein Löwe.
Nur wer in der ewigen Liebe des Herrn geborgen ist, weiß, was es heißt, den Herrn wahrhaft zu fürchten.
Um es noch einmal zu betonen: Ihn im biblischen Sinne zu fürchten bedeutet, ihn so zu sehen, wie er wirklich ist, und mit ehrfürchtiger Anbetung darauf zu reagieren.
Es ist ein Erschauern in seiner Gegenwart, im Wissen, dass er ganz sicher gut ist, dass er ganz sicher erhaben ist, und er mich ganz sicher liebt.
