Eine Warnung für Glaubende? Hebräer 6,4–6 erklärt!
Ist die Erlösung eine ein für alle Mal endgültige Angelegenheit? Handelt es sich um einen Fall von Einmal gerettet – immer gerettet? Was sagt die Bibel? Einige Verse bejahen die Frage, andere verneinen sie. Wie lassen sich diese scheinbaren Widersprüche auflösen?
Nun, das ist ganz einfach, wenn man bedenkt, dass es mehr als 100 Schriftstellen gibt, die die ewige Sicherheit des Gläubigen garantieren. Diejenigen, die in Jesus sind, sind ewig geborgen.
Und wie viele Bibelstellen sagen etwas anderes? Keine einzige. Es gibt nur Bibelstellen, die missverstanden oder aus dem Zusammenhang gerissen werden, um sie manchmal dazu zu benutzen, Christen Angst einzujagen. Wie diese hier:
Diese Worte richteten sich nicht an Christen; sie sind eine Warnung für diejenigen, die Jesus ablehnen. Im Kontext war diese Warnung an jene Juden gerichtet, die das Wirken und den Tod von Jesus, dem Messias, miterlebt hatten und danach so weitermachten, als sei nichts geschehen.
Stell dir vor, wie es gewesen sein muss, Jesus Kranke heilen und Tote auferwecken zu sehen. Stell dir vor, wie er die 5000 mit dem Mittagessen eines Jungen speiste oder Dämonen aus den Unterdrückten austrieb. Die Juden des ersten Jahrhunderts hatten das Privileg, die übernatürlichen Taten von Gottes Sohn aus nächster Nähe mitzuerleben.
Und dennoch, obwohl sie all dies sahen und das Evangelium direkt von ihm hörten, glaubten die meisten ihm nicht. „Ich bin im Namen meines Vaters gekommen“, sagte Jesus, „und ihr nehmt mich nicht an“ (Johannes 5,43). Die Juden sahen Gottes Licht und kosteten die himmlische Gabe, aber sie verschlossen die Augen und wollten nichts mit ihm zu tun haben. Daher die Warnung in Hebräer 6.
Im Hebräerbrief werden wir aufgefordert, „auf Jesus zu blicken, den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses“ (Hebräer 3,1). Mit anderen Worten: Schaut auf Jesus. Überlegt, wer er ist und warum er gekommen ist. Gehöre nicht zu denen, die:
- das Evangelium gehört, aber nicht mit Glauben darauf reagiert haben (Hebräer 4,2. 11).
- schwerfällig im Lernen und schwerhörig sind (Hebräer 5,11).
- unvertraut mit der Lehre von der Gerechtigkeit bleiben (Hebräer 5,13).
Wenn du zu jenen jüdischen Ungläubigen gehörst, die Jesus ablehnten, lautet die Botschaft des Hebräerbriefes:
- Achte viel genauer auf das, was du gehört hast (das Evangelium) (Hebräer 2,1).
- Vernachlässige nicht Gottes Angebot der Erlösung (Hebräer 2,3).
- Gehöre nicht zu denen, die ein böses und ungläubiges Herz haben (Hebräer 3,12).
Diese Botschaft war für die Juden von besonderer Bedeutung, da ihre Vorfahren, die ihre Herzen verhärtet hatten und in der Wüste gestorben waren, ihnen ein hartes Beispiel gegeben hatten (Hebräer 3,8–11). „Seid ihnen nicht gleich!“ Wegen ihres Unglaubens fanden sie nie zu Gottes Ruhe (Hebräer 3,19).
Es ist wichtig zu bedenken, dass der Hebräerbrief, ähnlich wie der Jakobusbrief, an ein breites jüdisches Publikum gerichtet war. Der Autor wollte sowohl gläubige Juden ermutigen (z. B. Hebräer 12,1–2) als auch diejenigen warnen, die noch unentschlossen waren (z. B. Hebräer 3,8. 12).
Zwei Zielgruppen bedeuten zwei Botschaften. Und es ist wichtig, diese zu unterscheiden, sonst könntest du am Ende die Medizin schlucken, die für jemand anders gedacht war.
Warnungen wie „Wie wollen wir entrinnen, wenn wir eine so große Rettung missachten?“ (Hebräer 2,3) und „Verhärtet eure Herzen nicht!“ (Hebräer 3,8) sind eindeutig nicht an Gläubige gerichtet. Gläubige haben kein „böses, ungläubiges Herz“ (Hebräer 3,12). Vor diesem Hintergrund wollen wir Hebräer 6 genauer betrachten:
Jesus ist das Licht der Welt, das allen Menschen Licht schenkt, auch denen, die die Finsternis bevorzugen (Johannes 1,9; 3,19).
Die Juden sahen Jesus mit übernatürlichen Zeichen und Wundern wirken. Viele erlebten Heilung und Befreiung, und einige sahen sogar den auferstandenen Herrn. Sie kosteten die Kräfte des kommenden Zeitalters, und doch kehrten sie dem Herrn den Rücken.
Hier ist nicht von Glaubenden die Rede, die in Sünde fallen, sondern von Ungläubigen, denen Gottes Gnade fehlt (siehe Hebräer 12,15). Im Kontext bezieht es sich auf diejenigen, die Jesus und das Wirken des Heiligen Geistes erlebt haben, aber zu den alten Bräuchen des Tempels zurückkehrten. Sie glaubten mehr an Tieropfer als an einen auferstandenen Erlöser.
Wer sein Herz dem Evangelium verschließt, ist wahrhaft verloren. Die gute Nachricht von Jesus zu hören und ihn zu verachten, ist verhängnisvoll, denn in keinem anderen Namen ist das Heil zu finden (Apostelgeschichte 4,12). Gott hat keinen Plan B. Kein Ersatzretter wartet in den Startlöchern, um dich zu retten. Es gibt nur Jesus oder gar nichts.
Setze dein Vertrauen in Religion und tote Werke (z. B. Sündenbekenntnis), und du sagst im Grunde, dass Jesus’ Opfer unzureichend gewesen sei. Jesus müsse erneut sterben. Einmal war nicht genug. Das ist eine beschämende Verachtung für Gottes Sohn und sein vollkommenes Opfer.
Der Verfasser des Hebräerbriefes wendet sich nun an seine Glaubensgeschwister und schließt mit einer positiven Botschaft: „Ich bin überzeugt, dass ihr nicht zu denen gehört, die dem Sohn Gottes den Rücken kehren. Ich weiß, dass ihr die Segnungen empfangen habt, die mit der Errettung einhergehen.“
Und so ist es geschehen!
