»Alle« heißt alle – außer es ist nicht so!
Wenn man mit Leuten über universelle Erlösung und Inklusionismus spricht, ist mir aufgefallen, dass viel Energie verschwendet wird, weil sich die Menschen nicht auf die Bedeutung von Wörtern einigen können.
Nehmen wir das Wort »alle«. Es ist ein kleines Wort, das zu großen Streitigkeiten führen kann, denn »alle« bedeutet … alle …
…außer es ist nicht so.
In der Heiligen Schrift kann »alle« je nach Kontext auf mindestens fünf verschiedene Arten interpretiert werden:
Hier einige Beispiele:
Jesus sagte zu den Zwölf:
Im Vorhof des Tempels versuchten die Juden, Paulus Schwierigkeiten zu bereiten, indem sie sagten:
Die Jünger wurden von vielen verfolgt, und Paulus predigte vielen, aber nicht allen.
Betrachten wir Simeon. Er war einer der Ersten, der erkannte, dass Jesus der Retter sowohl der Juden als auch der Heiden war:
In seinem ersten Brief an Timotheus äußerte Paulus etwas Ähnliches:
Paulus sagte nicht, dass alle Menschen gerettet werden. Er sagte, dass Jesus alle rettet, die glauben – Juden wie Heiden. Das war eine gute Nachricht für Timotheus, dessen Vater ein Heide war.
In Römer 4 spricht Paulus über Gläubige, die den Glauben Abrahams teilen, und fügt hinzu:
Abraham ist nicht im wörtlichen Sinne der Vater aller Menschen – er war weder der Vater von Adam noch von Adolf –, aber:
Manche interpretieren die Worte »alle werden lebendig gemacht« so, dass die gesamte Menschheit auferweckt und gerettet wird. Doch im darauffolgenden Vers stellt Paulus klar, dass nur diejenigen von Jesus auferweckt werden, »die zu ihm gehören«.
Jesus sagte:
Jesus will alle zu sich ziehen, aber nicht alle lassen sich zu ihm ziehen. Jesus lädt alle ein, aber nicht alle kommen. Jesus ist das Licht der Welt, aber manche ziehen die Dunkelheit vor.
Allen wird die Erlösung angeboten, aber nicht alle nehmen sie an.
All denen jedoch, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden.
Jeder Mensch, der an Jesus’ Namen glaubt, hat das Recht, sich selbst ein Kind Gottes zu nennen.
Als Adam sich von Gott abwandte und sich dem Teufel verbündete, riss er die Menschheit mit sich (Römer 5,14). Doch durch eine einzige gerechte Tat machte Jesus Adams Sünde ungeschehen.
Bedeutet das, dass nun alle Menschen gerettet sind und die Menschheit gerecht ist? Nein, denn Paulus sagt:
Und:
Es sind viele, die an Gottes Überfluss beteiligt und gerechtfertigt werden. Viele – nicht alle.
Gott liebt die ganze Welt und wünscht sich, dass alle gerettet werden. Seine Liebe ist allumfassend und unterschiedslos. Er bevorzugt keine Gruppe gegenüber einer anderen; er bevorzugt alle. Er bevorzugt dich!
Wir können uns verrennen, wenn wir eine Theologie auf einem einzigen Wort wie »alle«, »Welt« oder gar »Retter« aufbauen. Wie wir gesehen haben, können selbst einfache Wörter je nach Textzusammenhang mehrere Bedeutungen haben.
Anstatt ein oder zwei Verse aus dem Zusammenhang zu reißen und zu rufen »alle heißt alle«, ist es doch viel besser, sich mit der Heiligen Schrift selbst auseinanderzusetzen und sich vom Geist der Wahrheit zur wahren Botschaft des Evangeliums zurückführen zu lassen.
Jesus starb für alle, und Gott schenkt allen Menschen seine Gnade. Vergebung, Freiheit und ein Leben in Fülle werden uns durch Jesus zuteil. Das ist die frohe Botschaft der großen Freude, von der der Engel sagte, sie gelte für alle Menschen (Lukas 2,10).
