Das sind die Fragen, die von denen gestellt werden, die nicht vollständig verstehen, was es bedeutet, gerechtfertigt zu sein.
Gerechtfertigt zu sein bedeutet, dass Gott dich für nicht der Sünde schuldig erklärt hat. (Das griechische Verb dikaioō bedeutet „freigesprochen“ oder „für unschuldig erklärt“. Siehe den Eintrag im »Grace Commentary« Römer 3,24). Du wurdest als Sünder angeklagt, aber durch Gottes Gnade wurdest du von allen Anklagen gegen dich für unschuldig erklärt.
Wie Prediger gerne sagen: „Die Rechtfertigung bewirkt, dass es so ist, als hätte ich nie gesündigt.“
Gerechtfertigt zu sein bedeutet, dass die Ketten, die dich fesselten, abgenommen und die Gefängnistüren geöffnet wurden. Das Todesurteil wurde fallengelassen und du bist ins Land der Lebenden zurückgekehrt. Du bist frei.
Also gerechtfertigt oder für unschuldig erklärt zu werden, ist eine ausgezeichnete Sache. Hier sind drei Punkte, die du über Rechtfertigung wissen solltest.
Eine der großen Lügen der Religion ist, dass du bei Gott reinen Tisch machen kannst. Benimm dich ordentlich, tue dein Bestes, und Gott wird dich annehmen. Das ist eine oft gehörte, aber falsche Botschaft.
Deine guten Taten machen dich nicht gut.
Manche glauben, sie könnten sich durch das Befolgen der Zehn Gebote eine Art „Freifahrtschein“ verdienen. Falsch. „Vor Gott wird niemand durch das Gesetz gerechtfertigt“ (Galater 3,11).
Tatsächlich wird der Versuch, sich durch gute Werke und Moral Rechtfertigung zu verdienen, einen nur noch weiter von der Erlösung entfernen (siehe Galater 5,4).
Stell dir einen Gefangenen in der Todeszelle vor. Jeden Tag macht er sein Bett und fegt seine Zelle, in der Annahme, dadurch eine Begnadigung zu erhalten. Was für ein Narr! Er könnte die ordentlichste Zelle im ganzen Gefängnis haben, aber es würde ihm nichts nützen.
Genauso könntest du der moralischste oder heiligste Mensch auf der Erde sein, aber deine Moral und Heiligkeit können dich nicht retten. Wie der Todeskandidat brauchst du Hilfe von außen.
Die Vergebung, die du und ich brauchen, bekommen wir nicht, weil wir gut sind, sondern weil Gott gut ist und den Preis für unsere Erlösung bezahlt hat. Du wirst nicht durch deine unvollendeten Werke gerechtfertigt, sondern durch Jesus’ vollbrachtes Werk. Du wirst nicht durch deinen Schweiß gerechtfertigt, sondern durch sein Blut (Römer 5,9).
Stell dir unseren Todeskandidaten vor, der auf seine Hinrichtung wartet. Er hat keine Hoffnung mehr, doch dann kommt eines Tages die Begnadigung und seine Tür öffnet sich. Er ist frei. Er mag sagen: „Aber ich bin vollkommen verdreckt. Ich habe mich seit Tagen nicht rasiert und stinke bestialisch.“ Das sind unbedeutende Einzelheiten. Die Begnadigung ist ausgesprochen. Die Sache ist entschieden und der Fall abgeschlossen.
Genauso magst du der größte Sünder sein, aber die Rechtfertigung wird dir als freies Geschenk angeboten, bezahlt von Jesus. Es bleibt nur noch eines zu tun.
So wie der Gefangene durch die offene Tür gehen muss, müssen auch wir im Glauben das Geschenk der Rechtfertigung annehmen. Wir müssen alle Versuche aufgeben, uns selbst zu retten, und unser Vertrauen ganz auf den setzen, der „den rechtfertigt, der an Jesus glaubt“ (Römer 3,26).
Stell dir vor, unser Todeskandidat hört die frohe Botschaft seiner Begnadigung und sagt: „Ich kann es nicht fassen! Das ist zu schön, um wahr zu sein.“
Pass auf, lieber Gefangener, denn du stehst kurz vor einem Moment, der dein Leben verändert. Tu so, als wäre die Begnadigung eine Lüge, und nichts wird sich ändern. Du wirst den Rest deines Lebens in deiner Zelle verbringen – auch wenn die Tür weit offen steht.
So ergeht es auch denen, die darauf bestehen, „für Gott arbeiten“ zu wollen, in einem fehlgeleiteten Versuch, ihre „Erlösung zu beweisen“. Ihnen wurde die Freiheit angeboten, doch sie bleiben im Unglauben gefangen. Sie mögen dreimal die Woche in die Kirche gehen und den Zehnten geben von allem, was sie bekommen, aber sie sind genauso verloren wie der unverbesserlichste Sünder.
Dein Handeln offenbart deinen Glauben. Entweder vertraust du auf Gottes Gnade oder du arbeitest selbst an deiner Rettung. Entweder nimmst du die Gabe an, die er dir anbietet, oder du versuchst, ihn durch deine Gaben zu beeindrucken.
Profi-Tipp: Verzichte auf Opfer, höre auf zu kämpfen und sage:
„Danke, Jesus. Dein Blut hat mich erlöst und deine Gnade hat mich befreit.“
In Jesus bist du frei. Lebe in dieser Freiheit.
Das bedeutet, durch Gnade gerechtfertigt zu werden.
