Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten!
Stell dir vor, du verstauchst dir heftig den Knöchel. Du gehst zum Arzt und bekommst nur einen Rat: Ruhe. „Lege ein paar Tage den Fuß hoch hoch, dann bist du wieder fit.“
Aus unerfindlichen Gründen beschließt du, dass dein schmerzender Knöchel eine intensivere Behandlung benötigt. Du läufst 16 Kilometer, doch das verschlimmert die Schmerzen nur. Du steigst 1000 Stufen hinauf und unternimmst eine 64 Kilometer lange Wanderung. Du versuchst dich im Langlauf und Seilspringen. Doch egal, was du tust, dein Fuß schmerzt immer mehr. Schließlich gibst du auf. „Es gibt keine Fortschritte. Ich lasse ihn besser amputieren.“
Verrückt, oder?
So ergeht es jedoch Menschen, die Jesus’ Worte durch die Brille der Werke statt der Gnade lesen. Anstatt in Gottes Gnade zu wachsen und das Leben zu beherrschen, zerstören sie sich selbst durch sinnlose Aktivitäten. Anstatt in Jesus Ruhe zu finden, begeben sie sich auf religiöse Ultramarathons mit schwerem Gepäck und verletzten Knöcheln.
Nehmen wir zum Beispiel diesen Vers:
Diese Weisung des Herrn führt, wenn sie befolgt wird, zu Ruhe, Fruchtbarkeit und einem erfüllten Leben. Doch viele Menschen missverstehen sie, was zu Erschöpfung und Elend führt. Dieser Vers besteht aus zwei Teilen. Beginnen wir mit dem Teil über „meine Gebote“.
Das ist eine einfache Frage, denn Jesus sagt es uns im vorherigen Kapitel:
Und dann noch einmal im folgenden Kapitel:
Beachte, dass Jesus’ Gebot ein neues Gebot ist. Das bedeutet, es darf nicht mit dem alten Gebot der Nächstenliebe verwechselt werden. Dieses Gebot stammt aus dem Gesetz des Mose und wird manchmal auch als königliches Gesetz bezeichnet. Es ist ein gutes Gesetz, aber das königliche Gesetz und Jesus’ Gesetz sind nicht dasselbe:
- Königliches Gesetz: Liebe deinen Nächsten!
- Jesus’ Gebot: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“
Es ist unerlässlich, dass du den Unterschied verstehst. Das alte Gesetz stammt aus dem »Alten Bund«; das neue Gebot stammt aus dem »Neuen Bund«. Das eine bringt Strafen mit sich; das andere bringt Macht. Das eine ist beschwerlich und führt zur Verdammnis; das andere ist leicht und schenkt Leben.
Jesus’ Gebot – „Liebt eure Nächsten, wie ich euch geliebt habe“ – ist kein schwieriges Gebot. Er schenkt uns die Liebe, wir empfangen sie, und aus dieser Fülle heraus können wir andere lieben, wie er uns liebt.
Damit kommen wir zum ersten Satzteil.
Wer die Bündnisse durcheinanderbringt und nicht versteht, liest diesen Vers oft falsch. Er denkt: „Ich muss Gott lieben, sonst werde ich als Gesetzesbrecher verurteilt.“ Wie der Läufer mit dem schmerzenden Knöchel tut er genau das Gegenteil von dem, was ihm gesagt wird, und endet erschöpft und ausgelaugt.
Der alte Bund war voller bedingter Aussagen: Wenn …, dann … Der neue Bund ist aber voller Verheißungen, wie zum Beispiel dieser: Wenn ihr die Liebe Gottes kennt, werdet ihr auch andere mit der Liebe lieben können, die ihr vom Herrn empfangen habt.
Erkennst du das? Es geht nicht darum, was du für Jesus tun wirst, sondern darum, was er für dich und durch dich tun wird. Schau dir nur an, wie oft der Herr in den umliegenden Versen Verheißungen gibt:
Siehst du es? Die Gebote, die er von dir verlangt, wird er für dich und durch dich befolgen, wenn du es ihm nur erlaubst.
Dr. Jesus will nicht, dass du rennst; er will, dass du dich ausruhst. Er will nicht, dass du gibst; er möchte, dass du empfängst.
Er wird dich mit der Liebe, die du brauchst, versorgen. Und wenn du von der überwältigenden Fülle seiner Liebe erfährst, wirst du nicht anders können, als diese Liebe mit anderen zu teilen.
Das ist es, was das neue Leben neu macht.
Das »neue Leben« bedeutet nicht, zu versuchen, eine bessere Version des alten Lebens abzuliefern. Das »neues Leben« bedeutet, überhaupt nichts zu versuchen. Es bedeutet, Jesus’ innewohnendem Geist zu vertrauen, dass er in dir und durch dich wirkt.
