Welchen Bibeltext sollte man in Kirchen anbringen?

Stelle dir vor, du würdest gebeten, einen Bibeltext auszuwählen, den man in deinem Kirchenraum präsentieren möchte. Welchen Vers würdest du wählen?

Einige Kirchen zeigen die »Zehn Gebote«. Aber das ist keine gute Wahl. Das Gesetz ist heilig, gerecht und gut, aber es hat keine Macht, dich heilig, gerecht und gut zu machen. Das Gesetz des Mose zur Schau zu stellen, wird nur die Sünde anstacheln und dein Fleisch erregen.

Ich würde lieber das »Gesetz Christi« oder das »Gesetz der Freiheit« wiedergeben. Da es sich um Gesetze des »Neuen Bundes« handelt, besteht keine Gefahr, dass sie die Sünde anfachen. Aber es besteht die Gefahr, dass einige sie durch die verkehrte Brille lesen, also vielleicht doch nicht.

 Bei einigen Kirchen hängen dieser Psalm über ihren Eingängen:

Zieht ein in seine Tore mit Dank, in seine Vorhöfe mit Lobgesang! Preist ihn, dankt seinem Namen!
Psalm 100, 4; Elberfelder Bibel, 2006

Weitere gute Psalmen sind:

 Werdet doch still und erkennt, dass ich Gott bin, …
Psalm 46,11; Das Buch, 2022

und:

Alles, was atmet, lobe Jahwe! Halleluja, preist Jahwe!
Psalm 150,6; Neue evangelistische Übersetzung, 2025

Einige Kirchen zeigen Verse über Gottes Liebe, wie zum Beispiel:

Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht.
Johannes 3,16; Neue Genfer Übersetzung,  2011

oder:

Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.
Römer 5,8; Einheitsübersetzung, 2016

Vielleicht bevorzugst du einen Vers über die Einheit der Christen, wie etwa:

Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
Matthäus 18,20; Luther Bibel, 2017

oder einen Vers, der den Glauben fördert, wie etwa:

Vertraue auf Jahwe mit ganzem Herzen und stütze dich nicht auf deinen Verstand!
Sprüche 3,5; Neue evangelistische Übersetzung, 2025

Aber ich habe einen Vers, der meiner Meinung nach all diese Entscheidungen übertrifft.  Dies ist der Vers, den ich auswählen würde:

Ich bin ganz sicher, dass Gott sein gutes Werk, das er bei euch begonnen hat, zu Ende führen wird, bis zu dem Tag, an dem Jesus Christus kommt.
Philipper 1,6; Hoffnung für alle, 2015

Dies ist ein Vers, mit dem man leben kann. Es ist ein Vers, der Vertrauen in den Herrn weckt und uns vor Selbstgerechtigkeit bewahrt. Dieser Vers enthält drei Schlüsselaussagen:

1. Ich bin ganz sicher

Was für wunderbare Neuigkeiten für besorgte Gläubige. »Ich bin ganz sicher« bedeutet »Ich bin total davon überzeugt«, dass Gott das, was er in dir begonnen hat, auch zu Ende bringen wird. Du wirst nicht durch deine guten Werke vollkommen gemacht, sondern durch sein gutes Werk. Darauf kannst du dich verlassen.

2. Sein gutes Werk

Das große und herrliche Werk, das Gott in deinem Leben vollbringt, ist Folgendes: Er erzeugt dein ewiges »Selbst«. Dabei handelt es sich nicht um ein Aufpolieren, sondern es ist das Werk einer neuen Schöpfung.

In Jesus bist du bereits neu. Was noch zu tun bleibt, ist, dass du zu der Person heranreifst, die du in ihm bist. Dieses Wachstum wird durch Gottes übernatürliche Kraft herbeigeführt (siehe Kolosser 2,19).

3. Er wird es zu Ende führen

»Er wird es zu Ende führen« bedeutet »Er wird es zu einem guten Abschluss bringen«. Deine Rettung und Sicherheit beruhen auf Gottes Treue und Zuverlässigkeit, nicht auf deiner. Du kannst dich darauf verlassen, dass er zu Ende bringt, was er begonnen hat.

Heilige, Heiliger, du brauchst dir keine Sorgen darüber zu machen, ob du vielleicht nur halb zu Ende gebracht oder halb gerettet bist, wenn der Herr zurückkehrt. Was Gott in dir begonnen hat, wird er zu Ende bringen. Er wird dich sicher in sein himmlisches Königreich bringen (1. Korinther 1,8; 2. Timotheus 4,18).

Er wird dich niemals aufgeben oder dich als verlorenen Fall abschreiben.

Ist das nicht die beste Nachricht überhaupt? Müssen wir daran nicht regelmäßig erinnert werden? Komm schon. Kann ich ein Amen bekommen?

Wenn die Kirche eine vollständige Offenbarung darüber hätte, was Gott tut und zu tun versprochen hat, würden wir niemals versucht werden, unser Heil in toten Werken oder Gesetzen zu suchen. Wir würden aufhören zu streben und zu kämpfen und dem Herrn erlauben, durch uns zu leuchten.

Eine Kirche, die den Worten von Philipper 1,6 glaubt, wäre ein Ruheort und fruchtbar. Sie würde  Jesus süßen Duft verbreiten und den Verlorenen und Verletzten Gottes Macht offenbaren.



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