Was ist mit der Hölle?
Ein paar Leute haben mich nach meiner Meinung über die Hölle gefragt. Ich habe noch nie über die Hölle geschrieben. Wie das Wetter auf dem Uranus ist die Hölle kein Thema, über das ich viel nachdenke. Es ist unwahrscheinlich, dass ich auf einer Party zu dir komme und sage: „Hey, was ist mit der Hölle?“
Die Hölle habe ich einfach nicht auf dem Radar.
Aber ich verstehe, dass die Hölle in letzter Zeit so etwas wie ein »heißes« Thema geworden ist, ein weiteres »Schibboleth«, wenn man so will. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die sagen: „Die Hölle ist die Hölle, und du musst sie einfach akzeptieren.“ Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die es unvorstellbar finden, dass ein guter Gott seine Kinder auf einem ewigen Grill rösten kann.
Was ist also die Hölle? Gibt es die Hölle wirklich? Und wie passt die Hölle in das Evangelium der Gnade?
Um ein paar Antworten zusammenzutragen, bin ich nicht ins Internet gegangen (Schock!). Ich habe auch nicht auf Facebook herum gefischt (doppelter Schock!). Stattdessen las ich jede Schriftstelle zu diesem Thema, die ich finden konnte. Das bedeutet, dass du alles, was kommt, in deiner Bibel nachschlagen kannst. Verlasse dich nicht auf mein Wort – überzeuge dich selbst.
Ich sollte dich im Voraus warnen, dass die Bibel dir nicht alle Antworten auf deine Fragen über die Hölle gibt. Aber sie bietet sicherlich einige.
Hier ist das erste, was du über die Hölle wissen musst:
Wenn du die Luther-Bibel liest, wirst du vielleicht von Schriftstellen wie diesen verwirrt sein:
Wie kann die Hölle in die Hölle geworfen werden? Das macht keinen Sinn. Nun, der ergibt sich, wenn man bedenkt, dass das Wort »Hölle« auf die germanische Sprachwurzel »hel« = „verstecken oder verbergen“ zurückgeht. Heute versteht man unter Hölle etwas anderes:
Für Luther war „Hölle“ = Scheol/Hades, die Wohnstätte der Toten. Im zeitgemäßen Denken ist „Hölle“ = der Feuersee, der feurige Ofen, das ewige Feuer usw.
In biblischen Zeiten dachte niemand, dass die Toten in die »Hölle« kommen. Sie gingen hinunter zum Scheol (Hebräisch) oder Hades (Griechisch), was zwei Namen für dieselbe Unterwelt sind.
Eine genauere Übersetzung des obigen Verses lautet:
Eines Tages wird es keinen Tod und kein Grab mehr geben. Das ist eine gute Nachricht.
Bevor wir also fortfahren, wird es hilfreich sein, zu klären, was ich mit dem Wort »Hölle« meine. Ich werde mich von dir, »alte Luther«, trennen und mit der zeitgemäßen Bedeutung gehen. Basierend auf meiner Lektüre der Heiligen Schrift ist die Hölle der Ort der ewigen oder endgültigen Verdammnis, die beschrieben wird …
- von Jesus als Feuerofen (Matthäus 13,42. 50)
- von Paulus als ewiges Verderben, bei dem Jesus in loderndem Feuer erscheint (2. Thessalonicher 1,7-9)
- im Brief an die Hebräer als ein wütendes Feuer, das die Widersacher verzehrt (Hebräer 10,27)
- von Jakobus als Ort des Feuers (Jakobus 3,6)
- von Petrus als elementare Vernichtung durch Feuer (2. Petrus 3,7. 10)
- von Judas als ewiges Feuer (Judas 1,7)
- von Johannes als feuriger Pfuhl (Offenbarung 20,14).
Ob die Hölle eine buchstäbliche Feuerschale oder ein See ist, kann ich nicht sagen. Aber das Wort, das in der Bibel am häufigsten im Kontext der Hölle auftaucht, ist Feuer. Allein im Neuen Testament taucht die Verbindung zwischen Hölle und Feuer in Dutzenden von Versen auf. Wird sich das Feuer der Hölle als real erweisen oder als bildlicher Vergleich für etwas anderes? Ich weiß es nicht. Ich möchte es nicht herausfinden.
Dieser Punkt ist es wert, wiederholt zu werden, da viele Kommentatoren davon ausgehen, dass der Scheol/Hades aus zwei Abteilungen besteht – Raucher und Nichtraucher. Du hast vielleicht gehört, dass die Guten in »Abrahams Schoß« getragen werden, während die Bösen in dem anderen Bereich landen. Nein. Das ist eine schlechte Auslegung, die unterstellt, dass der Tag des Jüngsten Gerichts bereits stattgefunden hat. Doch Jesus sagte, dass das ewige Feuer oder der Feuersee oder was auch immer die Hölle ist, am Ende des Zeitalters erscheint, wenn er wiederkommt (Matthäus 25,41). Ist Jesus zurückgekehrt? Nein. Dann ist noch niemand in der Hölle.
Die Zwei-Abteilungen-Sicht der Hölle beruht auf einer allzu wörtlichen Auslegung des Gleichnisses vom »Reichen Mann und Lazarus« (Lukas 16).
Es ist ein Fehler, ein prophetisches Gleichnis als Wikipedia-Eintrag für die Hölle zu behandeln, vor allem, wenn der Scheol/Hades nirgendwo sonst als Ort feuriger Qual beschrieben wird.
All diese Karikaturen, die Dämonen darstellen, die von der Hölle aus ihr Unwesen treiben, erwecken den falschen Eindruck, dass sie glücklich sind, dort zu sein. Sie sind noch nicht da, (Offenbarung 20,10) und leben in Angst und Schrecken vor diesem Ort (Matthäus 8,29).
Warum sprach Jesus so viel von der feurigen Hölle? Vor Jesus hatten die Juden keine Ahnung von der Hölle. Was sie erschreckte, war der Tod und der Scheol, der Ort der Toten (Psalm 18,5–6; Hosea 13,14). So wie die moderne Religion die Hölle in den Mittelpunkt stellt, war der jüdische Sinn auf den Scheol ausgerichtet. Wenn man die Worte von Hiob liest, bekommt man den Eindruck, dass einige dieser Jungs sogar eine romantisierte Sicht auf den Scheol hatten (Hiob 17,13).
Jesus rückt die Dinge ins rechte Licht. „Es gibt Schlimmeres als den körperlichen Tod – lasst mich euch von der Hölle erzählen“ (Matthäus 10,28).
Vielmehr kann die Zerstörung Jerusalems durch die Römer, wenn man so will, als Bild des letzten und endgültigen Gerichts durch Gott gedeutet werden. Ich werde in einem späteren Beitrag mehr darüber sprechen. Für den Moment solltest du verstehen, dass die „Tage der Rache“ (Vergangenheit) nicht mit dem kommenden „Tag des Zorns“ (Zukunft) verwechselt werden sollten.
Jesus predigte typischerweise über die Hölle im Kontext des Gesetzes (Matthäus 5,22. 29. 30; 18,9) und als er die Pharisäer und Gesetzesexperten zurechtwies (Matthäus 23,15. 33). Es ist, als würde er sagen:
Die Hölle ist das Heilmittel für ein verwässertes Gesetz. Die Hölle macht das Gesetz beängstigend. Der verurteilende Dienst des Gesetzes findet seinen letzten Ausdruck in der ewigen Verdammnis in der Hölle.
Auch Jesus verband die Hölle mit dem Tag des Gerichts (Matthäus 25,41; Lukas 12,49; 17,29–30; Johannes 16,6). Aber auch hier gab es einen starken Zusammenhang mit dem Gesetz. Wenn man unter anderem das Gleichnis vom Unkraut erklärt, so sind diejenigen, die in den Feuerofen geworfen werden, „diejenigen, die Gesetzlosigkeit tun“ (Matthäus 13,42).
Texte, die andeuten, dass »Hölle« ein Platz ist für eine …
| … ewige Qual | … ewige Vernichtung |
|---|---|
| Matthäus 24,46 Markus 9,43–46 Offenbarung 14;10–11 |
5. Mose 9,3 Psalm 37,10 Daniel 12,2 Matthäus 10,28 Johannes 3,16 Johannes 10,28 Römer 6,23 1. Korinther 15,53 2. Thessalonicher 1,9 Hebräer 10,26-27 Hebräer 12,29 2. Petrus 3,7 Judas 1,7 1. Johannes 33,15 Offenbarung 15,1 Offenbarung 11,18 Offenbarung 21,8 |
Was ist der Feuersee? Es gibt drei Deutungen: (1) Es ist ein buchstäblicher Ort ewiger, nie endender Qual, (2) es ist ein Symbol für den zweiten Tod, d.h. die endgültige Zerstörung, (3) es ist ein Ort der Reinigung und Wiederherstellung.
Ich finde, dass die dritte Deutung im Widerspruch zur biblischen Beschreibung des Feuersees als Ort des Schmerzes (Offenbarung 2,11) und des Weinens und Zähneknirschens (Matthäus 13,42. 50) steht. Die Bibel sagt nichts Gutes über die Hölle.
Meiner Ansicht nach ist die Bibel am deutlichsten, wenn sie den Feuersee als den zweiten Tod beschreibt (Offenbarung 20,14). Der erste Tod ist der physische Tod; nur der Körper stirbt. Aber der zweite Tod ist die Vernichtung von Leib und Seele (Matthäus 10,28).
Ich mag mich irren, aber ich tendiere zu der Ansicht, dass der zweite Tod kein ewiges Leiden ist, sondern ewige Zerstörung – das heißt, diejenigen, die ihn erleben, werden in irgendeiner Weise zerstört oder »reduziert« und das war es, für immer. Ich weiß, dass es Bibelstellen gibt, die in diesem Punkt in beide Richtungen gehen, aber wenn Hebräer 10 das wütende Feuer des Gerichts beschreibt, „das die Feinde Gottes verzehren wird“, dann deutet das für mich darauf hin, dass diejenigen, die es erleben, verzehrt und nicht gefoltert werden. Gottes Zorn ist endlich.
Du magst in diesem Punkt anderer Meinung sein als ich, und das ist in Ordnung. Aber ich hoffe, du stimmst mir zu, dass die Hölle, was auch immer sie ist, ein Ort ist, den man meiden sollte.
Glücklicherweise ist …
Niemand braucht dorthinzugehen, und es ist Gottes Wille, dass es niemand tut! Woher ich das weiß? Ich habe das Kreuz gesehen. Ich habe gesehen, welche großen Anstrengungen er unternommen hat, um die Hölle unnötig zu machen. Die Hölle ist nicht für Menschen, sondern für den Teufel und seine Engel (Matthäus 25,41). Diejenigen, die sich dafür entscheiden, dem Teufel zu folgen, brechen das Herz ihres Vaters.
Wie der Tod im Paradies ist auch die Hölle nicht das, was Gott will. Es ist etwas, das wir gegen seine nachdrücklichsten Wünsche wählen.
Wie ich bereits erwähnt habe, predigte Jesus die Hölle in Verbindung mit dem Gesetz. Und diejenigen, die die schlechte Botschaft des Gesetzes der guten Nachricht der Gnade vorziehen, müssen sicherlich von der Hölle hören, denn sie ist die schlimmste Nachricht von allen.
Aber die Hölle in den Mittelpunkt des Evangeliums zu stellen, bedeutet, Gott fälschlicherweise als einen rachsüchtigen Bestrafer zu charakterisieren, der Menschen in die Hölle schickt, obwohl er in Wahrheit doch ein liebender Vater ist, der uns aus der Hölle unserer eigenen Entscheidungen rettet.
Gott hat uns nicht geschaffen, um uns vor der Hölle zu retten. Er hat uns geschaffen, damit wir sein Leben teilen und uns an ihm und einander erfreuen können. Der Sinn des Lebens ist nicht, der Hölle zu entkommen. Ewiges Leben bedeutet, Gottes Liebe jetzt und in alle Ewigkeit zu kennen und zu erfahren.
Menschen mit der Hölle zu drohen, ist kein Weg, sie in eine Beziehung mit ihrem Vater einzuladen, der sie liebt und sich nach ihnen sehnt. Wenn wir die Hölle zu einem Teil unserer Botschaft machen, appellieren wir an die schlimmsten Ängste und Unsicherheiten der Menschen. Anstatt wie der verlorene Sohn zu Gott zurückzukehren, werden sie sich in Furcht zurückziehen wie die Israeliten am Berg Sinai. Jesus will keine Hochzeiten, die mit Waffengewalt erzwungen wurden.
Das Evangelium von Jesus lautete nicht: „Kehrt um oder verbrennt“, sondern: „Gottes Reich ist nahe, und ihr könnt daran teilhaben.“ Ihm ging es nicht darum, die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen, sondern darum, alle einzuladen, in das Himmelreich einzutreten.
Wir haben nicht den Auftrag, die schlechte Botschaft der Hölle zu predigen, sondern die gute Botschaft von Gottes Königsherrschaft.
Wie jemand einmal sagte: „Gott hat nie Freude daran, dass Menschen das bekommen, was sie verdienen. Ihm geht es darum, uns vor dem zu bewahren, was wir verdienen.“ Das ist Gnade. Das ist die »Gute Nachricht«. Und das ist die Botschaft, die die Welt am meisten hören muss.
Diejenigen, die zu Gott sagen: „Dein Wille geschehe!“
Und diejenigen, zu denen Gott am Ende sagt: „Dein Wille geschehe.“
Alle, die in der Hölle sind, haben sie gewählt. Ohne diese Selbstentscheidung könnte es keine Hölle geben.
Keine Seele, die sich ernsthaft und ständig nach Freude sehnt, wird sie jemals vermissen.
Wer sucht, der findet. Wer anklopft, dem wird geöffnet.
