Was sind Jesus‘ Gebote?
Jesus sagte:
Aber was sind seine Gebote?
Wer die Gnade missversteht, könnte meinen, seine Gebote seien die Zehn Gebote. Die Zehn Gebote sind jedoch Teil von Moses Gesetz, und Moses Gesetz ist NICHT das Gesetz des Messias.
Hier ist eines von Jesus’ Geboten:
Es gibt zwei Dinge, die man über Jesus’ Gebote wissen sollte: Erstens, Jesus’ Gebot ist ein neues Gebot. Jesus sagte: „Ich gebe euch ein neues Gebot.“ Jesus’ neues Gebot ist nicht Moses altes Gebot. Es ist auch keine aufpolierte Fassung jenes alten Gesetzes.
Zweitens ist es eine neue Art von Geboten oder eine neue Art von Gesetz. Es ist wie das Gesetz der Schwerkraft – es wirkt, ob man versucht, es einzuhalten, oder nicht.
Beachte diese Unterschiede:
Man könnte einwenden: „Aber das Gebot, einander zu lieben, ist nicht neu. Es stammt direkt aus dem Alten Bund. Es ist das königliche Gesetz. Dort heißt es: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (3. Mose 19,18). Jesus selbst zitierte dieses Gesetz.“
Tatsächlich zitierte Jesus manchmal die alten Gesetze, wenn er mit Menschen sprach, die unter Moses Gesetz lebten. Seinen Jüngern aber gab er ein neues Gebot. Versuch, den Unterschied zu erkennen:
Nach dem alten Gesetz musstest du die Liebe bereitstellen. Du musstest Gott und deinen Nächsten lieben, und wenn du dem nicht nachkamst, warst du verflucht. Keine guten Aussichten.
Doch Jesus’ neues Gebot ist ein Gebot neuer Art. Nun lieben wir unsere Mitmenschen mit der Liebe, die wir von Gott empfangen haben (1. Johannes 4,11).
Liebe ist nichts, was man erzeugen kann; sie ist etwas, das man empfängt. Wenn wir aus der Fülle der Liebe des Vaters empfangen, werden wir befähigt, andere zu lieben.
Nun springen wir etwa 40 Jahre in die Zukunft. Hier schreibt der Apostel Johannes einen Brief:
Was ist das alte Gebot, von dem Johannes sagte, es sei neu? Es ist das Gebot, das er und die anderen Apostel viele Jahre zuvor von Jesus empfangen hatten. Es war das alte Gebot „Liebt einander“, nur mit einer neuen Wendung: „Wie ich euch geliebt habe.“ Es war neu für sie und ist es auch heute noch für viele.
Viele Christen versuchen, nach dem alten Gesetz von Mose zu leben, und sind deshalb unglücklich. Sie geben sich Mühe, Gott und ihre Mitmenschen zu lieben, scheitern aber oft. Das Problem ist, dass sie versuchen, die Gebote des Mose zu befolgen, anstatt in Jesus’ Geboten Ruhe zu finden. Sie erkennen nicht, dass Gottes Gnade alles gibt, was das Gesetz fordert.
Stell dir vor, du arbeitest in einem toxischen Arbeitsumfeld, in dem Mitarbeiter regelmäßig von der Führungsebene schikaniert werden. Egal wie hart sie arbeiten, sie erhalten vernichtende Beurteilungen und werden unterbezahlt. Um beruflich voranzukommen, musst du dich in die internen Machtkämpfe einmischen und alles tun, um deine Ergebnisse besser aussehen zu lassen.
Es ist ein miserabler Arbeitsplatz.
Dann übernimmt eine neue Inhaberin und alles ändert sich. Die neue Chefin behandelt ihre Angestellten wie Familienmitglieder. Sie investiert in sie und unterstützt sie auf ihrem Weg zum Erfolg. Mitarbeiter mit gesundheitlichen Problemen erhalten erstklassige Betreuung, und Burn-out-Geplagte bekommen längere Auszeiten.
Es wird nicht lange dauern, bis die Arbeiter zufrieden und produktiv sind, und das Unternehmen floriert.
Stell dir nun einen Mitarbeiter vor, der sich dem verweigert, und darauf besteht, alles wie bisher zu machen. Er verspricht zu viel und hält zu wenig. Er kritisiert seine Kollegen und stellt sich selbst in den Vordergrund. In Gesprächen pocht er auf gescheiterte Richtlinien, die nie funktioniert haben und nicht mehr gelten. So ist der Kirchgänger, der das Gesetz der Gnade vorzieht. Er beharrt auf das Gesetz, verurteilt diejenigen, die scheitern, und macht allen das Leben schwer.
In der neuen Schöpfung geht es nicht darum, sich noch mehr anzustrengen, um etwas zu erreichen, was noch niemandem gelungen ist. Die neue Schöpfung ist eine neue Menschheit, erfüllt von neuem Leben.
Es ist Jesus’ Geist, der in uns wohnt und seine Gebote hält. Es ist Gottes unermüdliche Liebe, die uns befähigt, andere so zu lieben, wie Jesus uns geliebt hat.
Jesus’ Gebote werden nicht durch unsere eigene Anstrengung erfüllt, sondern dadurch, dass Jesus sein Leben durch uns lebt.
