Was versteht die Bibel unter Freiheit?
Ist dir schon einmal aufgefallen, dass wir von Freiheit singen? „Du machst mich frei von kranker Religion.“ „Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt.“ „Wo der Geist von Gott, dem Herrn, ist, da ist Freiheit.“
Wir singen Freiheitslieder, aber was ist Freiheit eigentlich?
Und warum fühlen sich so viele Christen nicht frei? Sie singen vielleicht darüber, aber sie leben sie nicht.
Offensichtlich ist, dass sie sich nicht frei fühlen, wenn sie unter dem Gesetz leben oder die Lügen der von Menschen gemachten Religion beachten.
Aber man kann unter der Gnade stehen und sich trotzdem gefangen oder versklavt fühlen
Das ist irgendwie seltsam, findest du nicht? Befreit zu sein, aber nicht frei zu leben, ergibt keinen Sinn. Das heißt, dass da etwas nicht stimmt.Ein Teil des Problems ist, dass manche behaupten, Freiheit sei gleichbedeutend mit Zügellosigkeit. („Ich kann tun, was ich will, egal was andere sagen“) oder Freiheit ist Unabhängigkeit („Niemand hat mir zu sagen, was ich tun muss“).
Doch Zügellosigkeit führt zu Knechtschaft, während Unabhängigkeit unsere Menschlichkeit mindert.
Wenn du gehört hast, dass Freiheit bedeutet, für dich selbst zu leben, pass auf, dass du nicht in die Knechtschaft deiner Begierden gerätst.
>Biblische Freiheit bedeutet nicht, zu tun, was man will; sie bedeutet, von der Macht der Sünde befreit zu sein, damit du so leben kannst, wie Gott es vorgesehen hat.
Wahre Freiheit hat zwei Aspekte. Wir wurden von etwas frei gemacht, damit wir frei sind, etwas zu tun. Hier ist der erste Teil:
Wer in Jesus ist, ist vom Herrschaftsanspruch der Sünde befreit. Du wurdest nicht durch Gesetzesbefolgung, Opfergaben oder rechtschaffenes Handeln frei gemacht.
Die Befreiung erfolgte in dem Moment, als du im Glauben zu Jesus kamst. Du bleibst frei, wenn du überzeugt bist, tot für die Sünde und lebendig für Gott in Jesus zu sein (Römer 6,11)
Doch was bedeutet es, vom Herrschaftsanspruch der Sünde befreit zu sein?
Vom Herrschaftsanspruch der Sünde befreit zu sein, bedeutet, nicht länger auf den alten Herrn hören zu müssen.
- In Jesus bist du frei von Schuld, Verdammnis und Gericht.
- Du bist frei von den Forderungen des Gesetzes und der Knechtschaft der Erwartungen anderer.
- Du bist frei von der Angst vor dem Scheitern und dem unheiligen Bedürfnis, dich beweisen zu müssen.
- Du bist frei von der Endzeitangst und der ewigen Unsicherheit.
Welch eine Wohltat, frei zu sein!
Das ist erst der erste Teil. Genau wie wir von etwas frei sind, sind wir auch für etwas frei. Und dieser zweite Teil ist der beste Teil.
In Jesus sind wir frei, zu ruhen, zu vertrauen und in Gottes Liebe zu leben. Wir sind frei, uns Gott furchtlos zu nähern und seine Frucht zu tragen. Wir sind frei, in täglicher Gemeinschaft mit dem Herrn zu leben. Wir sind frei, gerechtfertigt zu leben und uns an der Ganzheit eines heiligen Lebens zu erfreuen. Wir sind frei, Entscheidungen zu treffen, Kontakte zu knüpfen und kreativ zu sein. Wir sind frei zu träumen, das Leben in seiner ganzen Fülle zu leben und großzügig zu sein.
Kurz gesagt: Wir sind frei, zu sein, wozu Gott uns geschaffen hat.
Doch diese Freiheit wirst du nur erfahren, wenn du dem Herrn vollkommen vertraust. Du musst dich entscheiden. In Jesus bist du wirklich frei. Doch wenn du dich entscheidest, in den alten Begierden des Fleisches zu leben, wirst du wie ein befreiter Gefangener sein, der in das Gefängnis zurückkehrt, in dem er einst gefangen gehalten wurde.
Die Freiheit, sich entscheiden zu können, ist eine der größten Segnungen der neuen Schöpfung, doch wir sprechen nicht so oft darüber, wie wir sollten.
In deinem alten Leben folgtest du den Begierden des Fleisches, weil das dein einziges Verlangen war. Doch durch die Verbindung mit Jesus bist du Teilhaber seiner göttlichen Natur geworden (2. Petrus 1,4).
Anders gesagt: Du kannst dich entweder von deinen fleischlichen Begierden leiten lassen (und damit direkt zurück in die Knechtschaft) oder vom Geist (in die Freiheit des neuen Lebens). Es ist eine völlig neue Art zu leben, die Paulus in Römer 8 beschreibt.
Das Evangelium der Gnade verändert, denn es befreit uns. Aber es gibt drei Möglichkeiten, das falsch zu verstehen. Wir können …
- die Freiheit mit Zügellosigkeit verwechseln;
- unsere Freiheit missbrauchen, um gegen andere zu rebellieren oder sie zu unterdrücken;
- unsere Freiheit, Entscheidungen zu treffen, brach liegen lassen und Gefangene unserer fleischlichen Begierden bleiben.
Wenn wir unsere Freiheit nutzen, um unserem Fleisch nachzugeben und diejenigen zu kritisieren, die anders denken, anders aussehen oder anders wählen, haben wir den Kern der Gnade verfehlt.
Jesus hat uns nicht aus der Finsternis gerufen, damit wir Argumentationen gewinnen oder unsere Überlegenheit zur Schau stellen. „Ich wandle mehr in der Gnade als du.“ Jesus hat uns befreit, damit wir Gottes Liebe erfahren und andere in die Umarmung des Vaters führen können.
Die Gnade befreit uns nicht nur von Schuld, Angst und Verdammnis – sie befreit uns auch, damit wir ruhen, lieben und ein erfülltes Leben führen können.
