Warum »die Kosten berechnen« nicht das bedeutet, was du denkst!

Quelle: https://escapetoreality.org/2026/01/22/why-count-the-cost-doesnt-mean-what-you-think-it-means/
Der Turmbauer und der kriegerische König

Die Bibel aus der Perspektive der Gnade zu lesen, verändert alles. Oft lese ich vertraute Bibelstellen und denke: „So habe ich das noch nie gesehen“ oder „Jesus spricht von sich selbst, nicht von mir.“

Das passierte häufig, während ich mein Buch über ‚Jesus’ Gleichnisse‘ schrieb. Betrachten wir die Gleichnisse vom Turmbauer und vom kriegerischen König. Hier ist das erste:

Ist es nicht so: Wenn einer von euch einen Turm bauen will, dann setzt er sich zuerst hin und berechnet die Kosten und überlegt, ob er in der Lage ist, es auch bis zum Ende durchzuführen?
Sonst könnte es geschehen, dass er zwar das Fundament gebaut hat, aber dann nicht mehr in der Lage ist, es zu Ende zu bringen. Dann würden alle, die ihm dabei zugeschaut haben, anfangen, ihn zu verspotten und auszulachen.
Sie würden sagen: ›Dieser Mann hat angefangen, etwas zu bauen, kann den Bau nicht zu Ende bringen!‹
Lukas 14,28–30; Das Buch, 2022

Jahrelang dachte ich, Jesus fordere uns auf, die Kosten der Nachfolge zu bedenken, bevor wir uns ihm anschließen. Ist doch klar, oder? Er sagt: „Komme nicht auf den Gedanken, mein Nachfolger werden zu wollen, wenn du nicht bereit bist, all das auf dich zu nehmen, was dich bis zum Ziel führt.“

Nur, dass das nicht das ist, was Jesus sagt. Das ist das Gegenteil von dem, was Jesus sagt.

Dieses Gleichnis vom Turmbauer handelt von der Torheit, etwas zu beginnen, das man nicht vollenden kann, und die Lehre daraus ist: Fang nichts an, was du nicht beenden kannst. Versuch es gar nicht erst, denn du wirst scheitern. Garantiert.

Jesus zu folgen, ist nicht schwer. Es ist unmöglich.

Die untragbaren Kosten der Nachfolge

Jemandes Nachfolger zu sein, war in biblischen Zeiten von großer Bedeutung. Manche sagten: „Ich folge Paulus“ oder „Ich folge Apollos“. Und es gab immer auch solche, die sagten: „Ich folge Jesus“ (siehe 1. Korinther 1,12).

Es muss für die ursprünglichen zwölf Jünger ein großer Schock gewesen sein, als Jesus sagte: „Ihr könnt nicht meine Jünger sein, wenn …“ – und er sagt es in diesem Kapitel dreimal:

Wer zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern und dazu auch sein eigenes Leben hasst, kann nicht mein Jünger sein.
Lukas 14,26; Zürcher Bibel, 2007
Wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir hergeht, der kann nicht mein Jünger sein.
Lukas 14,27; Einheitsübersetzung, 2016
Ebenso kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.
Lukas 14,33; Einheitsübersetzung, 2016

Jesus legte die Messlatte unerreichbar hoch, um uns zu zeigen, dass niemand ihm auf seinem Weg (zum Kreuz) folgen kann. Er wollte uns verdeutlichen, dass der Preis für unsere Rettung unsere Kräfte übersteigt. Nur er kann ihn bezahlen.

Jesus sagte, sein Joch sei leicht und sanft, doch die Religion behauptet das Gegenteil. „Nur wer Prüfungen und Verfolgungen erträgt, ist ein wahrer Gläubiger. Nur wer Opfer bringt, ist des Heils würdig.“

Findest du es nicht interessant, dass keiner der Briefschreiber uns dazu auffordert, unser Kreuz zu tragen? Stattdessen erinnern sie uns daran: „Ihr seid mit Christus gestorben“ (Kolosser 2,20), „Wir sind mit Christus gestorben“ (Römer 6,8) und „Ich bin mit Christus gekreuzigt worden“ (Galater 2,20).

Für uns, die wir auf dieser Seite des Kreuzes stehen, sind das gute Nachrichten. Das ist das Evangelium der Gnade. Du brauchst die Kosten nicht zu berechnen, denn Jesus hat bereits alles bezahlt.

Wenn du erschöpft bist vom Versuch, für Jesus etwas zu leisten, oder von dem Gefühl bedrückt wirst, dass du ihm nie ganz gerecht werden kannst, dann nimm dir diese Wahrheit zu Herzen: Er, der ein gutes Werk in dir begonnen hat, wird es auch vollenden (Phil 1,6).

Man kann nicht vollenden, was Jesus begonnen hat

Hier ist das zweite Gleichnis, das vom kriegerischen König:

Oder nehmen wir an, ein König macht sich auf, um gegen einen anderen König in den Krieg zu ziehen. Wird er sich da nicht zuerst hinsetzen und überlegen, ob er in der Lage ist, sich mit seinem Heer von zehntausend Mann einem Feind entgegenzustellen, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt?  Wenn er sich nicht für stark genug hält, wird er, solange der andere noch weit weg ist, eine Abordnung zu ihm schicken, um Friedensbedingungen auszuhandeln.
Lukas 14,31–32;Neue Genfer Übersetzung, 2011

Beide Geschichten verdeutlichen dasselbe: Beginne nichts, was du nicht beenden kannst. Genauso dumm es ist, einen Krieg zu beginnen, den man verlieren wird, ist es Torheit, zu glauben, man könne sich selbst zu Jesus’ Jünger machen. Das ist unmöglich.

Kein Kreuz, das du trägst, und kein Opfer, das du bringst, können jemals Jesus’ Tod am Kreuz ersetzen. Niemand kann sich selbst retten oder heiligmachen. Niemand kann sagen: „Es ist vollbracht“, außer Jesus allein.

Wer sich auf seine eigene Kraft verlässt, um sich zu retten, ist wie ein König, der gegen ein viel stärkeres Heer in den Krieg zieht. Er wird verlieren. Also gib auf, kapituliere und bitte um Frieden.

Wer mit seinem Kreuz zu Gott kommt und sich seiner Opfer rühmt, wird abgewiesen werden. Wer aber mit leeren Händen kommt und auf das Opfer des Sohnes vertraut, wird willkommen geheißen, gerechtfertigt und in Gottes Familie aufgenommen.